Warum ich in mein Auto zog

Warum ich in mein Auto zog

Wie es dazu kam, dass ich meine Wohnung aufgab

Seit Juni 2018 lebe ich in meinem Auto. Wie es dazu kam und wie ich es gemacht habe, erfährst du hier bei mir. Vergiss nicht, meinen Blog zu abonnieren, damit du die nächsten Artikel nicht verpasst. Ich empfehle dir auch meinen YouTube Kanal, auf dem du sehen kannst, wie ich im Auto lebe. Wenn einer meiner Tipps für dich wertvoll war, freue ich mich sehr über eine Spende. Ich finanziere mich über mehrere Tätigkeiten: Unterricht, Coaching, eBooks, Online Magazine, Werbung auf meinen Blogs, Affiliate Links und Sprachreisen.

Das Video:

Wie alles begann | Als ich 2018 ins Auto zog | Mit aktuellem Intro

Kapitel 1 meines Buches (verfügbar in 6 Sprachen):

Vorsichtig öffne ich den Reißverschluss des Dachzeltes und schaue neugierig nach draußen. 

Ein gigantischer Ausblick eröffnet sich mir. In der Ferne glitzert das Meer, leichter Dunst wabert über dem Horizont. 

Links der riesige Hafen von Granadilla mit den großen Tankern, ein Industriehafen mit einer über ein Kilometer langen Schutzmole für diverse Bohrinseln. 

Weiter rechts das Surferparadies El Médano und der markante Montaña Roja. 

Anschließend das fröhliche Fischerdorf Los Abrigos, das mondäne Golfresort Amarilla Golf, der Montaña Amarilla und schließlich der Beginn der ewig langen Touristenmeile ab Los Cristianos. 

Ich atme tief die frische Luft ein, lausche den zwitschernden Vögeln und dem leichten Wind in den Bäumen. 

Auf dem sandigen Parkplatz bin ich die einzige. 

Alle paar Stunden kommt 50 Meter entfernt ein Auto vorbeigefahren. 

Sonst ist es herrlich ruhig. 

Ich lächele voller Glück, strecke mich und steige aus dem Dachzelt, um meinen freien Tag zu beginnen. 

Grinsend denke ich an meine bisherigen Stellplätze zurück und all die Fehler, die ich machen durfte, denn ich bin frei und darf täglich entscheiden, wo ich hin will.

Meine erste Nacht im Dachzelt verbrachte ich in der Nähe von München vor einem Solarfeld. 

Die Einfahrt lag uneinsichtig zwischen hohen Bäumen, und ich dachte mir, dass in der Nacht bestimmt niemand das Solarfeld betreten wollen würde. 

Die erste große Herausforderung nach der Stellplatzsuche war, das Dachzelt zu öffnen. 

Die Sonne war schon untergegangen, und ich konnte nur entweder mit der Handytaschenlampe leuchten oder beide Hände benutzen. 

Nachdem ich die Klammern des Hardtop Zeltes geöffnet hatte, setzte ich die Kurbel an und fing an zu kurbeln. 

Langsam öffnete sich das Dachzelt nach oben. 

Als der Stoff gespannt war, hörte ich auf zu kurbeln. 

Ich stellte mich auf die Schwelle der Autotür und zog mich leicht nach oben, um in das Dachzelt hineinzuschauen. 

Umständlich hing ich mit einem Arm am Dach und beförderte mit der anderen Hand die Handytaschenlampe hervor, um ins Zelt zu leuchten. 

Die Matratze und drei Kissen waren noch in Folie eingepackt. 

Zwei Strippen waren diagonal durch das Zelt gespannt. 

Ich stieg herunter und holte die Leiter hervor, die in eine Tasche gepackt war. 

Ich beleuchtete die Legende auf der Seite, um zu sehen, wie man die Leiter öffnete und arretierte. 

Dann baute ich die Leiter auf und hing sie an die Kante des Dachzeltes. Aufgeregt stieg ich die Sprossen hinauf und kletterte hinein. 

Ich löste die Strippen voneinander und legte sie beiseite. 

Die folierte Matratze machte ein knisterndes Geräusch. 

Ich war jedoch zu müde, um sie noch auszupacken. 

Ich kletterte wieder hinunter, legte Decken, Matratzenbezug und Kissenbezug nach oben, sowie mein Handy und den Autoschlüssel. 

Ich schaute mich um. 

Kein Mensch zu sehen. 

Ich kniete mich hinters Auto, um zu pinkeln. 

Dann putzte ich im Dunkeln meine Zähne und spuckte ins Gebüsch. 

Ich schnappte mir einen Jogginganzug und eine Packung Feuchttücher, um im Dachzelt eine Katzenwäsche zu machen, und kletterte wieder nach oben. 

Ich zog alle Reißverschlüsse zu und machte die Handylampe an. 

Kurz überlegte ich, ob ich die Leiter hinaufziehen sollte, entschied mich dann aber dagegen. 

Wer würde schon vermuten, dass hier eine Frau in einem Dachzelt schlief? 

Nachdem ich die Matratze und ein Kissen bezogen hatte, zog ich mich aus und wusch mich notdürftig mit den Feuchttüchern. 

Dann zog ich den gemütlichen Jogginganzug an, räumte die Sachen in das Gepäcknetz und zuckte zusammen. 

Ich hatte mein Auto noch nicht abgesperrt. 

Schnell drückte ich auf den Knopf am Schlüssel, und das Auto schloss seine Türen mit einem lauten Klicken. 

Ich verstaute den Schlüssel in einer Seitentasche, legte mich hin und deckte mich zu. 

Ich schaute auf’s Handy. 

Kurz vor Mitternacht. 

Ich hatte heute Spätschicht gehabt. 

Plötzlich hatte ich Durst. 

Ich überlegte, wieder runter ins Auto zu gehen, um mir Wasser zu holen, entschied mich dann aber dafür, dass die Müdigkeit größer war als der Durst. 

Ich stellte mir einen Wecker für 7 Uhr 30 und legte das Handy in die Seitentasche. 

Entspannt kuschelte ich mich in meine Decke, drehte mich auf die Seite und schloss die Augen. 

Da. Ein Rascheln. 

Ich war sofort hellwach und versuchte heraus zu hören, was da war. Ein Mensch? 

Die Wände des Dachzeltes waren schwarz und undurchsichtig. 

Die Fenster hatte ich alle geschlossen. 

Vor lauter angestrengtem Lauschen rauschte das Blut in meinen Ohren. 

Mein Herz raste. 

Dann versuchte ich mich zu beruhigen. 

Warum sollte hier ein Mensch sein? 

Auf dieser Seite der Straße war nicht mal ein Gehweg oder Radweg. 

Es war kein Parkplatz, nur eine Einfahrt. 

Ich hatte kein Auto anhalten gehört. 

Ich lauschte weiter. 

In der Ferne Autos und Lkws. 

Der Wind in den Bäumen. Nichts. 

Ich beruhigte mich wieder. 

Irgendwann schlief ich ein.

Am nächsten Morgen wachte ich vom Klingeln des Weckers auf. 

Ich schaltete ihn aus und öffnete den Reißverschluss.  

Die Sonne war schon längst aufgegangen. 

Die Luft war angenehm warm. 

Ich kletterte aus dem Zelt, stieg die Leiter hinunter und pinkelte hinter dem Auto. 

Ich schloß das Auto auf und holte mir frische Klamotten. 

Nach dem Umziehen im Dachzelt packte ich alle Sachen ins Auto und begann, das Dachzelt zu schließen. 

Ich stopfte den Stoff in den Metallkasten und kurbelte die letzten Zentimeter herunter. 

Ich schloss die Klammern und verstaute die vergessene Leiter im Auto. 

Man hätte sie auch ins Zelt legen können. 

In dem Moment, als ich ins Auto stieg, kam ein Traktor angefahren. 

Offensichtlich der Solarfeldbesitzer. 

Ich winkte und lächelte entschuldigend. 

Der Bauer grinste zurück und setzte kurz zurück, um mich heraus zu lassen. 

Ich fuhr los. 

Ich hatte keine Ahnung, wohin ich wollte. 

Wo wollte ich denn frühstücken? 

Im Geiste ging ich die Bäckereien im Geiste durch, die ich kannte. 

Dann entschied ich mich für eine Bäckerei zwischen dem Westpark und dem Hotel, in dem ich heute arbeiten würde. 

In der Bäckerei frühstückte ich genießerisch. 

Dann machte ich mich auf zu einem langen Vormittagsspaziergang durch den großen Westpark. 

Und begriff langsam, wie mein neues Leben sein würde. 

Die absolute Freiheit, die ich mir selbst mit diesem Lebensstil geschenkt hatte, wurde mir bewusst. 

Ich durfte hin, wohin ich wollte. 

Jeden verdammten Tag. 

Essen, wo ich wollte, spazieren gehen, wo ich wollte, parken, wo ich wollte, schlafen, wo ich wollte. 

Erst jetzt begriff ich, warum Bayern dafür der ideale Ort war: Bayern. Mein Bayern. Mein Freistaat Bayern.

Eine Woche hatte ich Zeit, um nach Huelva zu fahren, von wo aus mich die Fähre nach Teneriffa bringen würde. 

Natürlich hätte ich einfach die kürzeste Strecke aus Google Maps wählen können. 

Aber ich wollte unbedingt an ein paar bestimmte Orte. 

Zuerst wollte ich zum Lac D’Annecy. 

Dort hatte ich als Jugendliche eine Woche einen Schüleraustausch mitgemacht. 

Es war nicht leicht, einen kostenlosen Stellplatz zu finden. 

Schließlich fand ich das Strandbad. 

Die Begrenzung zum großen Parkplatz mit hohen, Schatten spendenden Bäumen war auf 1 Meter 90 begrenzt. 

Kein Problem für meinen kleinen Fabia. 

Die Plätze am Rand waren allerdings besetzt. 

Das Strandbad hatte von 10 bis 19 Uhr geöffnet. 

Ich ging nochmal um kurz vor 19 Uhr aufs Klo und erfrischte mich ganz kurz im Wasser. 

An der Kasse war keiner mehr. 

Es war schwer, so früh schon zu schlafen, da rundum andere Camper standen, die redeten, und man im Dachzelt alles hört. 

In den ersten Stunden wachte ich ständig auf, obwohl ich hundemüde war. 

Morgens um sechs Uhr wachte ich auf und musste pinkeln. 

Ich öffnete beide rechten Autotüren und hoffte, dass niemand außer mir so früh wach war. 

Ich packte alles zusammen, schloss das Dachzelt und fuhr los. 

Mein nächstes Ziel war ein Free Laden, in dem ich mir eine SIM Karte mit französischem Mobilfunkvertrag kaufen wollte. 

Ich suchte mir einen Parkplatz in der Innenstadt von Annecy und ein Café, wo ich bleiben konnte, bis der Free Laden aufmachte. 

Um 10 Uhr ging ich zu dem Laden und schaute nach dem Automaten im Verkaufsraum. 

Schritt für Schritt befolgte ich die Anweisungen aus dem Blogartikel, den ich dazu gelesen hatte. 

Dann erhielt ich meine SIM Karte. Zurück im Auto, aktivierte ich sie. 

Das Handy verband sich mit dem Netz. 

Ich war verbunden! 100 GB waren mein! 

Ich war reich! Frankreich lag mir zu Füßen! 

Überglücklich schaltete ich mein YouTube Premium ohne Werbung an und wählte eine Stunden dauernde Playlist. 

Ich stellte das Handy auf Französisch um und wählte in Google Maps Avignon. Und los ging es! 

Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen vor Glück. 

Auf der gesamten Strecke nach Avignon hörte ich YouTube und wurde von Google Maps auf Französisch geführt. 

Kein einziges Mal ließ mich das Netz im Stich. 

Am liebsten wäre ich für immer in Frankreich geblieben. 

In Avignon lachte ich Tränen, als ich die Brücke sah. 

Die berühmte Brücke aus dem Kinderlied “Sur le pont d’Avignon”, die ich unbedingt sehen wollte. 

Sie war ja total kurz! 

Ich ging vom Parkplatz aus hin und holte mir einen Audioguide, um alles über die Brücke und ihre Geschichte zu erfahren. 

Natürlich auf Französisch. 

Dann ging ich beschwingt zurück zu meinem kleinen Reisemobil und startete zum nächsten Ziel, Saintes-Marie-de-la-Mer. 

Dieser wundervolle Küstenort in der Camargue beschenkte mich mit dem schönsten Sonnenuntergang, den ich bisher aus dem Dachzelt gesehen hatte. 

Erst als die Sonne vollständig untergegangen war, legte ich mich schlafen. 

Mitten in der Nacht stand ich zum Pinkeln auf. 

Kein Mensch weit und breit. 

Der Parkplatz lag ruhig da. 

Die restlichen Stunden bis zum Sonnenaufgang schlief ich tief und fest. 

Erholt wachte ich auf und begann meine Weiterreise Richtung Teneriffa.

Barcelona lag riesig und bedrohlich mit sieben Spuren in eine Richtung vor mir. 

Es brachte mir gar nichts, dass ich das Handy auf Spanisch umgestellt hatte. 

Das GPS konnte nicht unterscheiden, ob ich gerade unten oder oben fuhr, und so verfuhr ich mich mehrere Male. 

Ich machte einen kleinen Spaziergang in einem armen Arbeiterwohnviertel und fühlte mich etwas unwohl. 

Dann suchte ich mir einen Park aus. Den Park Güell. 

Leider hatte er geschlossen, als ich endlich einen Parkplatz gefunden hatte. 

Ich ging im nahe gelegenen Krankenhaus auf Toilette. 

Dann fuhr ich auf einen hohen Hügel hinauf, da ich dachte, dort könnte ein ruhiger Parkplatz sein. 

Der Parkplatz war menschenleer, nur einige Spaziergänger mit ihren Hunden gingen in dem kleinen Park Gassi. 

Ich baute das Dachzelt auf und ging schlafen. 

Um Mitternacht wachte ich von lauter Musik auf. 

Ich öffnete den Reißverschluss einen Spalt und schaute hinaus. 

Mehrere junge Leute waren dort mit Autos und Mopeds versammelt und feierten wohl eine Mitternachtsparty. 

Seufzend stieg ich aus dem Zelt aus. 

Nervös packte ich die Leiter ins Dachzelt. 

Die jungen Leute schauten mich an, das spürte ich, aber ich schaute nicht zurück. 

Ich stieg ins Auto und fuhr los. Mit dem offenen Dachzelt. 

Ich blieb bei maximal 20 km/h. 

Als ich den Berg hinunter kam, blieb mein Herz kurz stehen. 

Die Polizei kam mir entgegen. 

Ich blieb tapfer bei 20 km/h. 

Die Polizei blieb nicht stehen und kehrte nicht um. 

Ich seufzte erleichtert auf. 

Am Kreisverkehr unten bog ich instinktiv richtig ab. 

In Kürze war ich beim Park Güell angekommen, an dem ich am frühen Abend spazieren gehen wollte. 

Ich fuhr in eine Anwohnerstraße und suchte mir einen Parkplatz. 

Ich stieg aus und schaute mich um. 

Dann erschrak ich fast zu Tode. 

Zwei Wildschweine liefen auf einer Wiese herum. 

Ich blieb wie angewurzelt stehen. 

Dann erst sah ich drei junge Männer am Rand der Wiese sitzen. 

Erleichtert begriff ich, dass die Wildschweine zahm sein mussten. 

Ich kletterte in mein Dachzelt und schloss das Auto von drinnen ab. 

Erst als ich den Reißverschluss schloss, fiel mir siedend heiß ein, dass ich nicht wusste, wo mein Handy war. 

Ich tastete suchend die Seitentasche im Zelt ab. Da war es. 

Vor lauter Erleichterung war mir fast schwindlig. 

Ich legte mich hin und deckte mich zu. Was für eine Nacht. 

Am Morgen wachte ich vom zunehmenden Geräuschpegel auf. 

Autos an der nahegelegenen großen Straße. 

Menschen, die zur Arbeit oder zur Schule gingen. 

Aber ich war erholt. 

Ich musste fast lachen, als ich an mich selbst zurück dachte, die mit offenem Dachzelt durch Barcelona fuhr und fast von Wildschweinen zu Tode erschreckt wurde. 

Es konnte nur besser werden.

Zwischen Barcelona und Valencia benutzte ich die teure Touristenautobahn. 

Was für ein Fehler! 

Erst im Nachhinein konnte ich rekonstruieren, was mir da passiert war. 

Als Erstes fuhr ein SUV viel zu lange auf der linken Spur neben mir her, anstatt mich flott zu überholen. 

Dies war der Späher gewesen, der auskundschaftete, ob ich allein war, keinen Hund hatte und eine Handtasche auf dem Beifahrersitz hatte. 

Anschließend überholte mich ein kleines, weißes Auto mit vielen bunten Aufklebern. 

Der Fahrer gestikulierte wild herum, um mir zu verdeutlichen, dass mein Auto ein Problem hatte und ich rechts ran fahren sollte. 

Ich Doofkopf vertraute meinem hochtechnischen Auto nicht und fuhr rechts ran. 

Ich stieg aus und sperrte mein Auto nicht ab. 

Ich ging ums Auto herum zu dem jungen, sehr attraktiven Mann, der mir das Problem an meinem hinteren rechten Reifen zeigte. 

Plötzlich nahm er meine Hand und legte sie auf den Reifen, ließ aber seine Hand auf meiner. 

Ich schaute ihn mit großen Augen an und verstand gar nichts, aber die Berührung hatte mich total durcheinander gebracht. 

Einige Augenblicke später stand er auf und rannte weg. 

Ich fragte ihn noch, was ich denn jetzt tun sollte, und sein einsilbiges “grúa” (spanisch für Abschleppdienst) war mir kein Hinweis, dass etwas nicht stimmte, auch wenn mir alles komisch vorkam. 

Zurück im Auto sah ich dann die Bescherung. 

Meine Handtasche war weg. 

Ich schaute dem weg rasenden Auto hinterher, konnte jedoch kein Kennzeichen erkennen, nicht einmal die Automarke. 

Seufzend nahm ich das Handy, stieg aus, sperrte diesmal zu, auch wenn es schon zu spät war, aber zum Glück hatte ich das getan! 

Denn als ich die Polizei anrief, hielt auf der anderen Seite der Autobahn von mir unbemerkt ein Auto, der Beifahrer stieg aus, rannte über die Autobahn zu mir herüber und versuchte geduckt, meine Fahrertür zu öffnen. 

Als er bemerkte, dass ich ihn sah, rannte er zurück auf die andere Seite. Weder das vordere noch das hintere Kennzeichen waren zu sehen. 

Das Telefonat mit der Polizei war reichlich kompliziert. 

Da ich jetzt eine französische Telefonnummer hatte, redete der Notrufmitarbeiter französisch mit mir. 

Als ich ihm endlich klar gemacht hatte, dass ich gerade beraubt worden war, verband er mich mit der spanischen Polizei, und dann musste ich mit meinem absoluten Anfängerspanisch die Situation nochmal auf spanisch erklären. 

Zum Glück bewahrte mich diese Herausforderung vor einem Panikanfall. 

Dann kam auch schon die Streckenkontrolle und sicherte die Pannenstelle ab. 

Das hatte ich natürlich total vergessen. 

Immerhin hatte ich die Warnweste angezogen und stand in einer kleinen Bucht am Notruftelefon. 

Dann kam der Polizist. Allein. 

Er hörte sich auch nochmal die Geschichte kurz an und meinte dann, dass das hier schon öfter passiert wäre und jedes Mal die Handtasche in einem Kilometer Entfernung gefunden worden war. 

Und so war es dann auch. 

Einen Kilometer weiter fanden wir meine Handtasche. 

Es war alles noch da, außer dem Bargeld. 

Allerdings hatte ich nichts mehr auf der Kreditkarte oder EC-Karte, da es fast Monatsende war und ich dachte, Bargeld sei einfacher an den Mautstellen. 

Total falsch, Karte ist viel einfacher. 

Aber nun kam ich aus der Mautstelle nicht heraus. 

Der Polizist sperrte mir schließlich die Schranke auf. 

Wir fuhren circa 30 Kilometer zur Polizeistation in Tortosa. 

Dort nahmen wir die Anzeige auf. 

Am Ende des Protokolls stand: Die Zeugin besteht darauf, die Anzeige in Castellano zu machen. 

Ich lachte laut heraus. 

Natürlich, wir waren ja in Katalonien! 

Ich übernachtete in der Nähe der Polizeistation. 

Am nächsten Morgen fuhr ich die Gratis Autobahn nach Cordoba hinunter. 

In Cordoba war es abends um zehn noch 40 Grad heiß, und kein Lüftchen ging. 

Ich musste alle Fenster des Dachzeltes offen lassen, mich mehrmals mit Feuchttücher am ganzen Körper abwaschen und in Unterwäsche schlafen, um schlafen zu können. 

Niemand versuchte, mich auszurauben oder zu überfallen. 

Ich wachte heil und unbehelligt auf und lachte aus vollem Halse. 

Was hatten sich alle Sorgen um mich gemacht. 

Aber nichts war passiert. 

Durch den Raub hatte ich mein Französisch reaktiviert, war von einem hübschen jungen Mann berührt worden, hatte mein Spanisch erstmals richtig gebraucht, einen netten Polizisten kennen gelernt, in Unterwäsche im offenen Dachzelt geschlafen und keinen einzigen Euro Maut in Spanien gezahlt. 

Lachend und singend fuhr ich nach Huelva und schlief dort fantastisch am botanischen Garten. 

Am nächsten Tag wusch ich mich dort in der Damentoilette am Waschbecken, spazierte durch den wundervollen Garten, und fuhr dann zur Fähre. 

Die komplette Fahrt auf dem riesigen Schiff verbrachte ich tagsüber benebelt mit Tavor, Vomex und Paracetamol am Sofa in der Cafeteria hängend, wankte zwischendurch zum Pool hinaus und duschte, und kam völlig platt mitten in der Nacht in Santa Cruz an. 

Ich schlief in der Nähe des Hafens in einer Parkbucht parkend. 

Ich war völlig angstfrei. 

Ich war angekommen. 

Es war warm, aber nicht zu warm. 

Ein leichtes Lüftchen ging. 

Ich besuchte den botanischen Garten in Santa Cruz. 

Die Aussicht war gigantisch. Palmen. Sonne. Strand. Meer. 

Ich war im Paradies.

Wenn dir das Kapitel gefallen hat, lass mir einen Like da und abonniere mich. Im nächsten Kapitel beantworte ich eure Frage: Wie waren deine ersten Wochen im Dachzelt auf Teneriffa?

Transkript des Videos:

Monas SUV Reisen
Wie und warum mein Leben im Auto begann 
Guten Morgen. Ich bin zwischen El Palmar und Teno Alto, das ist da oben. Hallo Leute und herzlich willkommen. Ich heiße Mona.Ich lebe in meinem Auto. Ich bade rund ums Jahr in Seen und Flüssen. Ich lebe seit Juni 2018 in meinem Auto. Mein damaliger Mann Olaf wollte nicht mehr verheiratet sein, meine Kinder lebten nicht mehr bei mir zu Hause, und so hatte ich die Chance neu anzufangen. Die Geschichte, wie ich in mein Auto gezogen bin, seht ihr hier. Hallo, guten Morgen! So, wie bin ich eigentlich zum Vanlife gekommen? Also, damals, 2018, im April, hat mein damaliger Mann Olaf gesagt, er glaubt, die Ehe ist doch nichts für ihn. und dann bin ich ausgezogen und dann habe ich überlegt: was mache ich denn jetzt? Irgendwie war mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Und irgendwie hat sich dadurch die Chance geboten, zu sagen, ich mache mal etwas ganz was anderes. Ich verändere etwas in meinem Leben. Ich bin jetzt frei. Meine Kinder sind erwachsen, die leben nicht mehr bei mir. Ich kann machen was ich will. Was will ich denn? ich habe dann überlegt: am liebsten wäre ich auf einer Insel mit Palmen und Strand. Wo es immer warm ist. wo ich viel wandern gehen kann. in den Bergen und am Meer. und am liebsten würde ich den ganzen Tag nur essen gehen und Kaffee trinken gehen. Und spazieren gehen und lesen, Sprachen lernen, vielleicht ein Buch schreiben. ja, krass, 2018, April.Bereits auf Teneriffa habe ich darüber nachgedacht, mich selbständig zu machen. Ich bin Fremdsprachenkorrespondentin.Auf Teneriffa habe ich bei einer Firma im Büro gearbeitet, deren Kunden Deutsche waren.  ich träume also so vor mich hin, Insel, Wandern, Berge, Palmen, Strand, Buch schreiben, sprachen lernen, alles klar. und denke mir so, spaßeshalber kann ich ja mal in Google eingeben: Teneriffa Job. und komme auf eine Seite und denke mir so: Da kann man sich bewerben. Toll, da braucht man nicht viele Vorkenntnisse. Es ist von Vorteil, wenn man im Büro gearbeitet hat, und habe mich dort spaßeshalber beworben. ich hatte gedacht, das wird sowieso nichts. Das ist bestimmt Humbug oder so. Über die nächsten Wochen hinweg gab es dann plötzlich mehrere Telefonate mit der Firma. und die haben gemeint, wann möchte ich denn anfangen? und ich: ja wie, wann möchte ich anfangen? was ist mit Deutschland? Was ist mit meiner Wohnung? wo kann ich in Teneriffa wohnen? ja, wir können Ihnen da ein Zimmer besorgen, kostet zwar die Hälfte vom Gehalt, aber… und ich so: ja, komm, ist ja auch schade, dann habe ich ein Zimmer auf einer Insel, und dann habe ich noch 500 € zum Leben übrig. ist ja nicht gerade viel. dann hab ich so überlegt. und dann habe ich angefangen zu recherchieren, mit den Suchbegriffen: Minimalismus, alternatives Leben, alternativer Lebensstil bin ich irgendwann dann auf Leben im Auto und leben im Dachzelt und Vanlife gestoßenWow, ich wusste das vorher nicht! So krass! gut, und dann habe ich versucht, Kontakte zu diesen Leuten zu knüpfen. und habe mir deren Homepages und Blogs angeguckt. alle Infos mir zusammen gesammelt und schließlich beschlossen: okay, ich gucke mir jetzt mal so ein Dachzelt an. und schaue mal, ob das irgendwie bequem genug ist,Um mein neues Schlafzimmer zu werden. Weil es ja in Teneriffa immer warm ist. Was soll da das Problem sein? Teneriffa ist ein Teil von Europa.Also ein sicheres Land. es ist immer warm.Man kann sich am Strand oder in den Bergen oder am Wald auf einen Parkplatz stellen und dort übernachten. also warum soll das nicht gehen? und dann habe ich mir ein Dachzelt angeguckt. angeguckt und sofort verliebt in das Dachzelt. sofort gekauft, vom Fleck weg,Als Ausstellungsstück. ja und Dann ging es darum: Okay, Shit, wo kriege ich die 3000 € her. und da habe ich mir gedacht: Ich mache jetzt ganz fest den Vertrag mit der Firma hier. und sage, ich fange in drei Monaten an. dann kündige ich meine Wohnung und such mir einen Nachmieter. und wenn ich einen Nachmieter habe, ziehe ich in mein Auto. so lange, bis ich die 3000 € zusammen habe. also wenn ich dann die Kaution ausbezahlt bekomme. und dann hole ich mir das Dachzelt. also, dann habe ich den Arbeitsvertrag bekommen. dann habe ich die Wohnung gekündigt. dann habe ich einen Nachmieter gefunden. zum 1. Juni. Arbeitsbeginn: 1. September. im Juni habe ich dann die Kaution ausbezahlt bekommen. dann haben wir nur noch 500 € gefehlt. die hatte ich dann im Juli zusammen. Weil ich ja dann keine Miete mehr zahlen musste. Weil ich in meinem Auto gelebt habe. da habe ich ein paar Fotos dazu und einen Blogartikel und so. es war sehr sehr sehr unbequem im Auto. Es war ja ein kleiner Škoda Fabia. ich meine: beide rechten Sitze umklappen Brett drauf Schlafsack  also: war jetzt nicht so gemütlich. aber: war ja nur vorübergehend. und dann, im August, bekam ich dann mein Dachzelt. und dann habe ich die Fähre gebucht. und bin Ende August losgefahren. Richtung Huelva und von dort aus mit der Fähre nach Teneriffa. nach einiger Zeit hat sich dann beruflich wieder etwas geändert. aber da muss ich in einem anderen Video drauf eingehen. aber so hat alles angefangen. wenn Ihr da noch irgendwelche Fragen habt, Fragt mich, hier: Kommentare. Gut, bis bald! 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